Neu-Besetzungen

Benedetto 1Ironisierungen des Okzidentalismus in der Kunst Parastou Forouhars

Die gegenwärtige hegemoniekritische Diskussion wird nicht nur wissenschaftsintern geführt, sondern gerade auch durch künstlerische Arbeiten angeregt. Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Diskursfeldern der postkolonialen und der Gender-Theorien sowie der Kunst liegen unter anderem darin, dass im Sinne strategischer Interventionen und politischer Positionierungen Identitätssetzungen hinterfragt werden. Insbesondere die zeitgenössische Kunst setzt sich im Zuge der Globalisierung und der postkolonialen Debatten mit den Konstruktionen des okzidentalen Selbst auseinander und unterläuft sie.
Am Beispiel Parastou Forouhars soll gezeigt werden, wie heutige Kunst sich Symbole kultureller Identitätssetzung spielerisch aneignet und umcodiert. In dem Vortag wird in erster Linie bisher unveröffentlichtes Bildmaterial einer Performance in der Villa Massimo (Rom) analysiert. Forouhar ‚besetzt‘ bei dieser Aktion mit einem Tschador und anderen islamisch codierten Attributen Rom als arkadischen Kunstort des Abendlandes buchstäblich neu: Durch Techniken der ‚Entstellung‘ und ‚Verfremdung‘ von Kultur treffen ihre Arbeiten einen empfindlichen Punkt in der Konstruktion des abendländischen Eigenen. Der Historismus der sogenannten Deutschrömer, auf den sie sich beziehen, diente schließlich dazu, eine geschichtlich verbürgte, angesehene Identität des Okzidents zu konstruieren.
Ziel des Vortrages ist es, solche künstlerischen Projekte auf ihren spezifischen Beitrag zur Hegemoniekritik hin zu untersuchen und sie damit in den Kontext heutiger postkolonialer und gendertheoretischer Debatten zu stellen.

Alexandra Karentzos

April 2007

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